Ich habe keine Worte …
… und muss doch welche machen. Die Gewalt in Paris entsetzt mich. So viele Tote! Ich denke an alle, die Angehörige verloren haben, die in Krankenhäusern liegen und eine lange Rekonvaleszenz vor sich haben …
Mit Betroffenheit höre ich Journalist/innen und Kolleg/innen Politiker oder sich gegenseitig fragen, ob man sich jetzt vor Flüchtlingen schützen müsse, ob wir verzagen, ob wir nicht mehr sagen dürfen, „wir schaffen das?“, weil wir es gar nicht mehr schaffen wollen.
Das eine aber hat nichts miteinander zu tun. Ein terroristischer Angriff bewaffneter Extremisten ist etwas völlig anderes, als die Ankunft von Menschen, die vor Terror und Krieg fliehen.
Meine Nicht hat es heute auf den Punkt bebracht: »Seht ihr jetzt, wovor sie sich fürchten? Aufstehen! Unsere Werte nicht zerstören lassen!“
Forum für literarischen Austausch – Stuttgart
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| Foto: Wolfgang Haenle |
dienstags, 19:00 Uhr in der Gedok Galerie Stuttgart, Hölderlinstr. 17, 70174 Stuttgart (www.gedok-stuttgart.de)
nächste Termine: 27.10. und 24.11.2015 / 26.01. und 23.02.2016
Vorherige Anmeldung erbeten an Jutta Weber-Bock (jwb@weber-bock.de)
Für das Forum ist folgendes Vorgehen angedacht:
*** Für eine Vorstellungsrunde (60 Sekunden-Lesung) sollten die Teilnehmer/innen kürzere Texte oder Gedichte mitbringen.
*** Wer eigene Arbeiten vorstellen möchte, möge zwei bis drei Seiten Prosa (Normseite) bzw. Konzept oder zwei bis drei Gedichte (zehnfach kopiert) mitbringen.
*** Die Autorinnen und Autoren sollten sich vorab Fragen an die Diskussionsrunde überlegen; Ziel ist eine spontane Rückmeldung (Ersturteil) unter künstlerischen Gesichtspunkten.
Thaddäus-Troll-Preis geht an Carolin Callies
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| Quelle, Schöffling & Co |
für ihren Gedichtband „fünf sinne & nur ein besteckkasten“ (Schöffling & Co).
Der VS Baden-Württemberg gratuliert.
Hier die Begründung der Jury:
Carolin Callies, geboren 1980 in Mannheim, lernte Verlagsbuchhändlerin und studierte Germanistik und Medienwissenschaft in Mannheim. Sie ist im Verlagswesen tätig. Bisher veröffentlichte sie in Zeitschriften und Anthologien und war Teilnehmerin des open mike 2009 sowie dem Literarischen März in Darmstadt 2015. Carolin Callies lebt in Ladenburg bei Mannheim und Heidelberg.
Die Jury urteilt, dass Carolin Callies mit ihrem Lyrikband „fünf sinne & nur ein besteckkasten“ ein Debüt gelungen ist, das auf Anhieb einen eigenen, unverwechselbaren Ton anschlägt. Ihre Gedichte klingen nirgends epigonal oder bleiben der bloß privaten Gefühlswelt verhaftet, sie riskieren vielmehr viel, sprachlich wie thematisch. Callies geht von unserer heutigen Erfahrungswelt aus, die sie mit Traditionen konfrontiert und so neue Einblicke schafft. Sie wagt nie gehörte Wortfügungen, arbeitet mit assoziativen Lautklängen, die eine bezwingende Sprachmelodie erzeugen, und variiert mit schwarzem Humor Motive aus Märchen, Kinderliedern, Abzählreimen und dem Repertoire der klassischen Dichtung.
Der nach Thaddäus Troll (1914–1980), dem Mitbegründer des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg, benannte Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Mittel stellt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg bereit. Ganz im Sinne Thaddäus Trolls, der sich Zeit seines Lebens nachhaltig für die Förderung von Schriftstellerkolleginnen und -Kollegen eingesetzt hat, sollen durch den Preis Autorinnen und Autoren mit erstem Wohnsitz in Baden-Württemberg gefördert werden, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, ebenso Genre, denen man mehr Öffentlichkeit wünscht.
Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg
Ingrid Bussmann, Vorsitzende
Vivien van Straaten, Geschäftsführung
Neckarhalde 28
72070 Tübingen
FdSinBW@gmx.de www.schriftsteller-in-bawue.de
http://www.carolin-callies.de
Irseer Pegasus – jetzt bewerben
Noch bis zum 20. Oktober können sich Autorinnen und Autoren für den Irseer Pegasus bewerben.
Es ist das 18. Autorentreffen, bei dem zwei Literaturpreise verliehen werden.
Das Treffen findet Anfang Januar in im Kloster Irsee im Allgäu statt. Traditionell ermitteln die Autorinnen und Autoren unter sich einen Preisträger oder eine Preisträgerin. Außerdem vergibt die Jury einen Preis. Beide sind mit je 2.000 dotiert.
Eine Katastrophe für die Literatur
VS sieht durch Amazons neues Bezahlmodell Lese verhalten überwacht und Autorenrechte beschnitten Auf scharfe Kritik bundesdeutscher Autorinnen und Autoren ist die Strategie von Kindle Unlimited (KU) und Kindle Owners‘ Lending Library (KOLL) gestoßen, ihre Autorinnen und Autoren nur noch nach gelesenen Seiten zu bezahlen. Voraussetzung dafür ist, dass Amazon das Leseverhalten seiner Kunden wie »big brother« verfolgt und auf Grundlage der erfassten Daten den Autoren nicht das gesamte heruntergeladene Buch vergütet, sondern nur die von den Kunden gelesenen Passagen.
»Dies ist ein kontrollierender Eingriff in den intimen Dialog des Lesers mit dem Buch und das damit verbundene Verhältnis zum Autor«, kritisiert Eva Leipprand, die Vorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller VS. Der Bundesvorstand und die Landesvorsitzenden des Schriftstellerverbands VS in ver.di hatten auf ihrer jüngsten Sitzung in Göttingen die Vorgehensweise von Amazon kritisch diskutiert. Sie waren sich einig, dass dieses System bei einer weiteren Verbreitung eine Katastrophe für die Literaturlandschaft bedeute und die Gedankenfreiheit der Leser und Autoren einem fortschreitenden rein ökonomisch orientierten Zugriff unterwerfe.
20 Damit drohe eine außerordentliche Gefahr für den durch individueles Leseverhalten geprägten Schreibprozess der Autoren. Er müsse prioritär darauf gerichtet sein, die Leserinnen und Leser kontinuierlich im »Cliffhängerstil« von einer Seite zur nächsten zu treiben.
Weitere Themen der VS-Vorstandssitzung waren die Wahrung der Autorenrechte in Zeiten der Digitalisierung, die konkrete Vernetzung mit anderen europäischen Interessenverbänden im Bereich Literatur und Kunst sowie die Absage an das geplante Handelsabkommen TTIP mit den USA.
Die VS-Vorsitzende erklärte: »Das Buch darf, während Digitalisiesierung und Globalisierung fortschreiten, nicht den Marktkräften und ihren Gesetzmäßigkeiten überlassen bleiben.«
Mindestlohn für Literaten?
In diesem Jahr wurde mit der Verabschiedung des Mindestlohngesetzes für abhängig Beschäftigte eine unterste Grenze der Bezahlung gesetzlich festgelegt. Selbständige und freiberufliche Arbeit folgt aber anderen Grundsätzen als abhängige Beschäftigung. Nur in wenigen freien Berufen des Kultur- und Medienbereichs, wie beispielsweise bei den Architekten, bestehen gesetzliche Vorgaben zur Honorierung der Leistungen. Für die Mehrzahl der Freiberufler im Kultur- und Medienbereich gibt es keine vergleichbaren Vorgaben. Verschiedene Berufsverbände haben daher für ihr spezifisches Arbeitsfeld Honorarempfehlungen oder Handreichungen zur Berechnung der freiberuflichen Leistungen erstellt. Diese Empfehlungen und Handreichungen tragen den unterschiedlichen Leistungen bzw. Honorarbestandteilen der freiberuflichen Arbeit Rechnung und erläutern die Kalkulation freiberuflicher Arbeit.
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Freiberufliche Leistungen im Kulturbereich müssen endlich angemessen vergütet werden. Die Öffentlichen Hände, Bund, Länder und Kommunen, müssen hier mit gutem Beispiel vorangehen. Sie selbst dürfen nur Aufträge an Freiberufler aus dem Kultur- und Medienbereich vergeben, wenn die angemessene Vergütung sichergestellt ist. Außerdem müssen sie die in ihrer Trägerschaft befindlichen Kultureinrichtungen finanziell so ausstatten, dass diese freiberufliche Leistungen angemessen vergüten können und sie dürfen nur Zuwendungen an Einrichtungen gewähren, wenn diese eine angemessene Vergütung freiberuflicher künstlerischer Leistungen garantieren. Bislang nehmen Bund, Länder und Kommunen ihre Verantwortung in dieser Frage nur unzureichend wahr.“
- Lesen Sie hier die Stellungnahme des Deutschen Kulturrates „Freiberufliche Leistungen im Kulturbereich angemessen vergüten„
- Lesen Sie hier eine „Übersicht zur Mindestvergütung im Kulturbereich„
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Deutscher Kulturrat e.V.
Mohrenstr. 63 10117 Berlin Web: http://www.kulturrat.de
E-Mail: post@kulturrat.de |
Ausschreibung Hannsmann-Poethen-Literaturstipendium
Stuttgart schreibt 2015 erstmals das Hannsmann-Poethen-Literaturstipendium aus. Es wird im zweijährigen Turnus als Tandem-Stipendium an eine Autorin oder einen Autor und an eine Künstlerin oder einen Künstler einer anderen Kunstsparte vergeben.
Das Stipendium im Wert von 15 000 Euro umfasst zusätzlich die Mietkosten für einen dreimonatigen Aufenthalt in Stuttgart.
Die Ausschreibung richtet sich an ein Künstler-Tandem oder Kollektiv, deren Projekt neben der künstlerischen Wertigkeit auch einen gesellschaftskritischen und gegenwartsorientierten Ansatz spiegelt und in die Stadt hinein wirkt. Die Künstler/innen sollen ohne Produktionsdruck arbeiten und sich professionell weiter entwickeln können. Angesprochen sind Bewerber/innen aus dem deutschsprachigen Raum mit einem Bezug zu Stuttgart und dem Nachweis von mindestens einer Veröffentlichung in einem etablierten Verlag als Buch, Theaterstück, Hörspiel, Drehbuch oder einer anderen Medienarbeit. Publikationen im Selbstverlag oder als Book-on-Demand finden keine Berücksichtigung.
Das Stipendium wurde von dem Autorenpaar Margarete Hannsmann und Johannes Poethen angeregt. Sie lebten und arbeiteten gemeinsam in Stuttgart.
Über die Vergabe entscheidet eine Fachjury. Deren Mitglieder sind Uta-Maria Heim, Autorin und Hörspiel-Redakteurin des SWR, Prof. Boris Michalski, Inhaber des Lehrstuhls für narrative Forschung an der Hochschule der Medien und Adrienne Braun, Kulturjournalistin.
Die Bewerbungsunterlagen sind einzureichen an das Kulturamt Stuttgart, „Hannsmann-Poethen-Literaturstipendium“, Eichstraße 9, 70173 Stuttgart. Bewerbungsschluss ist Donnerstag, 30. Juli 2015.
Weitere Informationen unter www.stuttgart.de/hannsmann-poethen-literaturstipendium
Hubert Bär ist tot
Wir trauern um unseren Kollegen, Hubert Bär, Krimiautor, Lyriker und Literaturredakteur. Er starb am 8. Mai.









