Bis 15. Oktober für den Kurt Sigel-Lyrikpreis 2020 bewerben

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Logo 2BPENGefragt sind Gedichte von hoher ästhetischer Qualität: Das PEN-Zentrum Deutschland schreibt den Kurt Sigel-Lyrikpreis 2020 aus. Er ist mit 4.000 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 15. Oktober 2019. 

Stifter des Preises, der alle zwei Jahre verliehen wird, ist der Frankfurter Schriftsteller Kurt Sigel, der seit 1974 Mitglied im deutschen PEN ist. Der 87-Jährige hat sich mit Romanen, Erzählungen, Gedichtbänden und Büchern in hessischer Mundart, die er teilweise mit eigenen Zeichnungen und Cartoons illustrierte, einen Namen gemacht.

Auf den Preis bewerben können sich Lyrikerinnen und Lyriker, die die Veröffentlichung eines eigenständigen Gedichtbands in einem Verlag, der keine Kostenzuschüsse verlangt, vorzuweisen haben. Die bisherigen Preisträger hießen Daniel Falb (2016) und Dorothea Grünzweig (2018).

Link zu den exakten Ausschreibungsbedingungen

Stadt Stuttgart schreibt Hannsmann-Poethen-Stipendium aus

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Hannsmann 2BPoethenZum dritten Mal schreibt die Landeshauptstadt Stuttgart das Hannsmann-Poethen-Literaturstipendium aus. Bewerben können sich Autorinnen und Autoren sowie Künstlerinnen und Künstler einer anderen Sparte (zum Beispiel Kunst, Musik, Theater, Film, Neue Medien, etc.), mit einem gemeinsamen literarisch-künstlerischen Projekt, das sie in Stuttgart umzusetzen planen.  Bewerbungsschluss ist der 30. September 2019.

Das bundesweit einmalige Tandem-Stipendium umfasst 15.000 Euro, ein eigenes Wohn-/ Arbeitsstudio im GEDOK-Haus sowie zusätzlich ein Projektbudget in Höhe von maximal 9.000 Euro. Kriterien für die Vergabe sind die künstlerische Qualität und die spartenübergreifende Ausrichtung des zu realisierenden Projekts. Das Vorhaben soll zudem gesellschaftskritische Aspekte miteinbeziehen und neue Impulse für das kulturelle Leben schaffen.

Die Vergabe des Stipendiums erfolgt im Herbst 2019, der Aufenthalt der Stipendiatinnen und Stipendiaten in Stuttgart von Januar bis April 2020.

Bei der Premiere 2016 hatten die Autorin Gerhild Steinbuch und die Komponistin Jagoda Szmytka das Stipendium erhalten, 2018 ging es an die Autorin Lara Hampe und die Medienwissenschaftlerin Vera Sebert.

Alle Informationen zum Stipendium stehen auf der Website der Stadt Stuttgart, die ausführliche Ausschreibung mit sämtlichen Anforderungen ebenso. 

Wir trauern um Dieter Schlesak

Dieter 2BSchlesak
Dieter 2BSchlesak

Unser Mitglied Dieter Schlesak ist am 29. März 2019 in seiner zweiten Heimat Camaiore in der Toskana im Alter von 84 Jahren gestorben. Sein letzter Verleger, Traian Pop vom Ludwigsburger Pop-Verlag, würdigt ihn in einem persönlichen Nachruf. 

Dieter Schlesak hat diese Welt, die er so geliebt und deswegen unentwegt mit ihr gehadert hat, am 29. März 2019 verlassen. Uns bleibt nur, sein Werk weiterhin zu begleiten und zu verbreiten. Es ist eine Herkules-Aufgabe, aber wir finden sie zwingend notwendig, da er nicht nur vieles hinterlassen, sondern uns zeit seines Lebens so viel Lesens- und Bedenkenswertes geschenkt hat: Vaterlandstage, Capesius der Auschwitzapotheker und TranssylWAHNien, um nur drei seiner besten Romane zu nennen, sowie unzählige Gedichte und Essays (die von uns geplante Werkausgabe wird mehr als 23 Bände haben).

Dieter Schlesak, 1934 in Schäßburg/Siebenbürgen geboren, ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren von Lyrik, Romanen, Essays über Literatur, Grenzphänomene und Religion sowie von Reiseberichten. Er machte sich auch einen Namen als Übersetzer und Herausgeber, unter anderen Gefährliche Serpentinen – Rumänische Lyrik der Gegenwart, „EDITION DRUCKHAUS neunzehnhundert achtundneunzig“. 1968 erschien sein erster Gedichtband Grenzstreifen im Bukarester Literaturverlag. 1969 emigrierte er nach Deutschland, der Kulturschock und das Ost-West-Trauma beherrschten von da an Schlesaks Schreiben. Zu seinen wichtigsten Büchern zählen u. a.: Weiße Gegend. Fühlt die Gewalt in diesem Traum (1981), Vaterlandstage und die Kunst des Verschwindens (1986), Aufbäumen (1990), Wenn die Dinge aus dem Namen fallen (1991), Stehendes Ich in laufender Zeit (1994), So nah, so fremd (1995), Eine transsylvanische Reise (2004), Der neue Michelangelo (drei Bände, 1989–1991), Der Verweser (2002), Romans Netz (2004), Capesius, der Auschwitzapotheker (2006, u. a. ins Englische, Italienische, Spanische, Portugiesische, Hebräische übersetzt), Herbst Zeit Lose (2006), Vlad. Die Dracula-Korrektur (2007), Namen Los (2007), Heimleuchten (2009), Licht Blicke (2012), TranssylWAHNien (2014).

Schlesak erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u. a. Andreas-Gryphius-Preis (1980), Nikolaus-Lenau-Preis (1993), Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung (2001), Umberto-Saba-Preis (2006), Maria-Ensle-Preis der Kunststiftung Baden-Württemberg (2007), Ehrendoktorwürde der Universität Bukarest (2005). Sein Nachlass befindet sich im Deutschen Literaturarchiv in Marbach.

Lieber Dieter, seit ich erfahren habe, dass ich dich nie wieder anrufen kann, stöbere ich in den Texten,
die du mir zur Veröffentlichung überlassen hast – um dich auf diesem Weg zu erreichen und dir nahe zu sein. Deswegen sei hier für alle, die dich im Laufe deines Lebens gelesen und geschätzt und geliebt haben, eines deiner Gedichte zum Trost beigefügt.

Dieter Schlesak

ES GEHT ZU ENDE, WAS BISHER WAR,
und die Stimmen sind fern wie morgens um fünf,
wir werden uns nie mehr wiedersehn,
wir werden vergessen

Man sieht’s an der Luft, an den Augen der Leute,
überall rollen sie die Erinnerungen ein,
heut sah ich Fotos der Siebzigerjahre, da waren
wir jung und alles schien offen,
du stiegst in den fahrenden Zug,
der kam nie an
und fuhr ab nur zum Schein

Alt sind unsere Gefühle geworden.
Und oft ist es kalt und du spürst nur Gewohnheit,
als wäre über den Augen ein Schleier,
und wir gehen mit Abwesendem um

In allem spür ich schon das Vergessen
und die Leute sehn mich gar nicht mehr an;
so denk ich: Vielleicht bin ich plötzlich gestorben
und hab’s nicht bemerkt, bin unsichtbar geworden
Es ist nicht nur die Liebe, die jetzt vergeht,
es ist nicht nur Eiszeit der Sinne, es liegt
ein Stillstand um uns in der Luft, der uns Angst macht
und uns den Atem verschlägt

Denn es geht zu Ende, was bisher war,
und die Stimmen sind fern wie morgens um fünf,
wir werden uns nicht mehr wiedersehn,
wir werden vergessen, am Leben zu sein

Foto © Traian Pop

Ausschreibung von zugetextet.com: Kurzgeschichten gesucht

Logo zugetextet 2Breduziert

Logo zugetextet 2BreduziertSorgen Sie bitte in jedem Fall dafür, dass Ihre Kurzgeschichte uns mindestens in Grund und Boden fährt. Und uns gut unterhält.“ Mit diesen Worten endet eine Ausschreibung der Redaktion zugetextet.com – Feuilleton für Poesie-Sprache-Streit-Kultur. Bis zum 31. Dezember 2020, 24 Uhr, können Autorinnen und Autoren Storys zum Thema „Metropolregion Stuttgart: Immer schön mobil (bleiben)?“ abliefern. 

Als Prämie für ausgezeichnete und begeisternde Texte winken Geldpreise und Veröffentlichungen auf dem Magazin-Blog. Sind ausreichend viele gute Einreichungen dabei, soll es auch eine Anthologie geben. Die Redaktion sucht noch Kooperationspartner.

In der Ausschreibung, die natürlich auch auf der Website von zugetextet.com zu finden ist, heißt es:

Seitdem die Gattung der Hominiden in den Savannen Afrikas von den Bäumen hopste, ist der Mensch in Bewegung. Heute findet man unsere Art sogar im Weltraum. Freiheit gleich Freizügigkeit: Zu jeder Zeit entscheiden können, mit dem eigenen Auto loszufahren, um irgendwann irgendwo anzukommen.

Dieselgate, Fahrverbote, CO2, NOX, Feinstaub, Hardwarenachrüstung. E-Mobilität, Brennstoffzelle, selbstfahrendes Auto/Bus/LKW. Die Bundesbahn in Turbulenzen, der Nachverkehr zu teuer, die Flüge zu billig, die Kreuzfahrtschiffe Dreckschleudern. Die Städte und Inseln sperren zu. Ballermann ist abgebrannt. Mobilität ist mehr als Verkehr. Selbstfahrende Fahrzeuge. 5G an jeder Milchkanne, an jedem Misthaufen, jeder Straßenlaterne und jeder Ampel, in jedem Parkhaus und jedem Leuchtpfosten, auch die Warnbake funkt. Mobilsein ist mobil arbeiten, überall Datenzugriff, Datenaustausch von allen mit jedem.

Wir suchen Ihre Mobilitätsstory. Treffsicher kritisch, erfrischend sarkastisch, aufregend zynisch, hoffnungsfroh optimistisch. Machen Sie Ihren HeldInnen Räder, malen Sie den Schrecken wie die schöne neue Welt auf den Asphalt, hängen Sie Ihre Philippika und Ihre brillante Spekulation/Idee vom mobilen Leben der Zukunft an den nächsten Mobilfunkmasten / die neueste Blitzersäule. Bringen Sie uns zum Lachen, Weinen, Staunen, Erschrecken. Der eingesandte Text muss einen erkennbaren Bezug zur Metropolregion Stuttgart aufweisen, die aus dem Gebiet des Verbandes der Region Stuttgart sowie den Kreisen Reutlingen und Tübingen besteht.

Die Redaktion freut sich auf zahlreiche Zusendungen unter redaktion.blogmag(at)zugetextet.com. Bitte im Email das (at) durch @ ersetzen!

Gegenwart mitgestalten

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Der neue VS-Vorstand (von links): Sven j. Olsson, Lena Falkenhagen,
Pilar Baumeister, Leander Sukov. Es fehlt: Claudius Nießen.
Foto: © Bert Bostelmann / bildfolio

Der Schriftstellerkongress hat sich zum Jubiläum wieder stärker in die Öffentlichkeit bewegt. Dort muss der Club der Einzelkämpfer bleiben. Ein Rückblick auf Aschaffenburg. Von Marc Bensch
Wenn einer 50 Jahre wird, darf – und soll! – er sich schon fragen, wo er herkommt und wo er hinsteuert. Der viertägige Schriftstellerkongress zum VS-Jubiläum Mitte Februar unter dem Titel „Literaturunter Strom“ in Aschaffenburg nahm sich reichlich Raum zum stolzen Rückblick.  Natürlich kam am Main wieder die Rede auf Heinrich Bölls „Ende der Bescheidenheit“, ausgesprochen auf der VS-Gründungsversammlung 1969 in Köln. Ebenso wie auf die „Einigkeit der Einzelgänger“, die Dieter Lattmann, der erste Vorsitzende des Schriftstellerverbands, einst proklamierte.

Den Geist der alten Tage heraufzubeschwören, das ist legitim, das kann möglicherweise ermüdete Gemüter wachrütteln. Aber natürlich müsste jedem bewusst sein, dass Welt und Zeiten sich geändert haben und mit ihnen die Strahlkraft des VS. Es bräuchte mehr Junge, die kraftvoll vorangehen, und es bräuchte mehr Prominente, denen die Gesellschaft zuhört. Es mangelt an beidem. Schuld daran sind individuelle und organisatorische Umstände: verschobene Bedürfnisse der Einzelkämpfer ebenso wie die als starr empfundenen Strukturen einer Gewerkschaft oder die mangelnde Sexyness dergleichen.
Wo steuern wir also hin? In Aschaffenburg debattierte man am offiziellen Eröffnungstag ausführlich über die Digitalisierung, jenes Thema, über das jeder etwas zu sagen hat, ohne es ganz zu begreifen. Man sprach also über aggressive Marktakteure, über Diskussionskulturen in sozialen Netzwerken und über den Verlust der Medienkompetenz. Man sprach, ohne viel Wegweisendes von sich zu geben.
Tags darauf, auf der Delegiertenversammlung, sprach man darüber, wie sich der Verband in Zukunft aufstellen möge. Die Delegierten wählten einen neuen couragiert wirkenden Bundesvorstand mit Lena Falkenhagen an der Spitze. Sie trafen zudem Beschlüsse, in denen sich die „Weisheit der Gruppe“ zeigte, wie es die scheidende Vorsitzende Eva Leipprand ausdrückte. Die Öffnung des Verbands gegenüber Selfpublisherinnen und Selfpublishern ist eine Reaktion auf die neue Welt und eine Chance, wieder schlagkräftiger zu werden. Ebenfalls eine Reaktion auf veränderte Zeiten ist – qua Titel – die „Aschaffenburger Antwort“ mit ihrem Bekenntnis „zu den Grundsätzen des demokratischen sozialen Rechtsstaates, zur Wahrung und Verwirklichung der Menschenrechte, der Menschenwürde und zu einem friedlichen Zusammenleben“. Dass künftig nur Mitglied im VS werden kann, wer die auf dem Kongress verabschiedeteCharta anerkennt, ist ein Zeichen nach außen wie nach innen und eine unmissverständliche Verankerung.   
Es ist im Hier und Jetzt, in dem überwiegend Schreihälse Gehör und Widerhall finden, nicht einfach, mit Sachlichkeit durchzudringen. Es ist verlockend, sich ebenfalls als Schreihals zu gerieren. Aber es ist nicht ratsam. Der Weg zum Ziel führt über Unverdrossenheit und Beharrlichkeit. Und über den Dialog mit denen, die bereit sind, ihn zu führen.
Der 22. Bundeskongress bot zum Jubiläum, wie in der VS-Geschäftsordnung verlangt, literatur- und kulturpolitische Foren. Er bewegte sich dadurch stärker in die Öffentlichkeit als vorherige und schuf die Voraussetzungen, nicht erneut echolos zu verhallen. Dorthin, in die Öffentlichkeit, gehören Schriftsteller und dorthin gehört auch ihr Verband. „Gegenwart und Gesellschaft mitgestalten“ muss weiterhin das Motto sein. Gefragt ist jeder, der fit und willig ist.

Rottweil vergibt wieder sein Stadtschreiberstipendium

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Zum 19. Mal sucht die älteste Stadt Baden-Württembergs wieder einen Autor oder eine Autorin aus Süddeutschland oder der Schweiz für die Rottweiler Stadtschreiberstelle – und vergibt ein Wohn- und Arbeitszimmer im Bischöflichen Konvikt. Das humanistisch-musische Internat im Herzen der mittelalterlichen Stadt bietet dem Stadtschreiber bzw. der Stadtschreiberin Entspannung und Inspiration, ein guter Ort um zu leben und zu arbeiten. Bewerbungen sind bis zum 15. April 2019 möglich.

Betreut und begleitet wird die Stelle vom Kulturamt der Stadt Rottweil. Erwartet wird die Bereitschaft, bei kulturellen Anlässen der Stadt mitzuwirken und eine vom Konvikt, den städtischen Schulen und interessierten Kreisen der Bevölkerung getragene literarische Jugendschreibwerkstatt zu betreuen. Weiterhin sollte im Zuge und zur Vorbereitung des „Schreibspuren“-Schreibwettbewerbs der Rottweiler Schulen an den betreffenden vier Schulen ein jeweils einmaliger, doppelstündiger Schreibworkshop für ausgewählte Schülerinnen und Schüler der Unterstufe angeboten werden. Das monatliche Salär beträgt bei freier Kost und Unterkunft 1500 Euro.

Dem Stadtschreiber/der Stadtschreiberin steht für die Dauer seines/ihres dreimonatigen Aufenthaltes in der Stadt ein Wohn-/Arbeitszimmer im historischen Gebäude des Bischöflichen Konvikts zur Verfügung. An den Mahlzeiten der Schüler (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) darf er/sie als ständiger Gast des Hauses jederzeit teilnehmen. Nicht erwartet wird die Teilnahme an kirchlichen und sonstigen internen Veranstaltungen, aber Toleranz und Akzeptanz gegenüber der christlichen Zielsetzung des Hauses sowie Offenheit für die Anliegen der Schüler/innen. Der Stadtschreiber soll nach Vorstellungen der Konviktsleitung ein integraler Bestandteil im Leben des Hauses sein. Residenzpflicht besteht nicht, aber eine gewisse Regelmäßigkeit in der Präsenz ist erwünscht.

Bewerben können sich Autoren aus dem süddeutschen Raum (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz) sowie deutschsprachige Autoren aus der Schweiz. Die Auswahl erfolgt im Rahmen einer Jury durch das Kulturamt der Stadt Rottweil in Zusammenarbeit mit dem Schriftstellerverband VS Baden-Württemberg. Wir freuen uns über ein kurzes Motivationsschreiben mit Bild, in dem Sie kurz darlegen, was Sie an unserer Stadt und am Leben im Konvikt reizt.

Bewerbungen unter Einreichung einer Biobibliographie und Textproben (max. 10 Seiten) – auch gerne digital – bis 15. April 2019 an:

Kulturamt Rottweil
Stichwort: „Stadtschreiber“
Hauptstr. 23
D – 78628 Rottweil

oder per E-Mail an: kultur@rottweil.de

Verleihung des Thaddäus-Troll-Preis 2018 am 11. Dezember

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Der 1989 in Backnang geborene Kai Wieland erhält für seinen Roman Amerika den Thaddäus-Troll-Preis 2018. Zur Preisverleihung und Lesung am Dienstag, 11. Dezember 2018 um 19.30 Uhr im Max-Bense-Forum der Stuttgarter Stadtbibliothek am Mailänder Platz ist die Öffentlichkeit eingeladen. Im Gespräch mit seinem Verleger Tom Kraushaar (Klett-Cotta) und mit Werner Witt (Vorstandsvorsitzender des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg) wird Kai Wieland einen Einblick in den Hintergrund und die Entstehung seines Romans geben. 
Seit 1981 verleiht eine unabhängige Jury unter Leitung des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg jährlich zum Andenken an den Schriftsteller Thaddäus Troll einen Preis an qualifizierte Autorinnen und Autoren mit erstem Wohnsitz in Baden-Württemberg, die am Anfang ihrer literarischen Karriere stehen. Das Preisgeld stammt aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg.

Kai Wieland, der nach dem Abitur eine Ausbildung zum Medienkaufmann absolvierte, Buchwissenschaft an der LMU in München studierte und seit 2016 für ein Verlagsbüro in Stuttgart arbeitet, hat mit seinem bei Klett-Cotta erschienenen Roman nicht nur die Förderkreis-Jury überzeugt. Er war zuvor schon im Finale beim Preis der Literaturblogger „Blogbuster“. Denis Scheck schrieb über ihn:Ein schwäbischer William Faulkner, der zur Entdeckung einlädt.

Die Förderkreis-Jury begründete ihre Entscheidung so: In diesem Kaleisdoskop eines verlorenen schwäbischen Dorfes namens Rillingsbach verknüpft der Autor eine Handvoll Schicksale zu einer Chronik, die sich nicht damit brüstet, die einzig wahrhaftige Darstellung der Ereignisse zu sein. Der Chronist, der allein mit dieser sperrigen Bezeichnung im Buch auskommen muss, begibt sich aus unbekannten Gründen auf die Jagd nach Typen und Geschichten in dieser gottverlassenen Gegend zwischen Murrhardt und Backnang, und er begibt sich mitten hinein die Brutstätte jeder Legendenbildung, in die Dorfwirtschaft. Hier trifft er auf die oft schon aufgewärmten Erinnerungen an Kriegs- und Nachkriegszeiten, er begegnet Kopfschlächtern, Nazis, Sängern, Dichtern, wilder Dorfschönheit, Rebellen, verpassten Gelegenheiten und unausgelebten Träumen. Kai Wieland gelingt in Amerika eine fein austarierte Melange aus sachlich bilanzierendem Ton, sensiblen Beobachtungen und trockenem Witz und gibt so einer viel erzählten Zeit ein anderes Gesicht.

Der Eintritt zur Preisverleihung am 11. Dezember 2018 ist frei.

Ehrung für Imre Török bei Mitgliederversammlung

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Imre Török, ehemaliger Landes- und Bundesvorsitzender des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, ist bei der Mitgliederversammlung des VS Baden-Württemberg am vergangenen Samstag der Ehrenvorsitz des Landesverbands verliehen worden. Im Saal waren sich nach der unangekündigten Ehrung alle einig: Diese Würdigung war längst überfällig. Es gab aber auch noch einen weiteren Grund zur Freude – und jede Menge Stoff zum Diskutieren. 

„Es gibt wohl kaum jemanden sonst in diesem Verband, der sich für die Sache von uns Autorinnen und Autoren über so viele Jahre so konsequent eingesetzt hat wie Imre.“ Mit diesen Worten leitete Martin von Arndt, der gemeinsam mit Christine Lehmann seit einem Jahr die Doppelspitze des VS Baden-Württemberg bildet, seine Rede an Imre Török ein.Während seines mehr als zwei Jahrzehnte andauernden Engagements im Land und im Bund sei der „stille Arbeiter“ Török „bis an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit gegangen – und manchmal gewiss auch darüber hinaus“.

Martin von Arndt bezeichnete Imre Török als Mentor und Rollenmodell. Der Geehrte nahm das sichtbar gerührt zur Kenntnis und Ehrenurkunde sowie Geschenke des Vorstands freudestrahlend in Empfang. Im späteren Verlauf berichtete er ausführlich von den Vorbereitungen des Jubiläumskongresses anlässlich des 50-jährigen Bestehens des VS, der vom 14. bis 17. Februar in Aschafenburg stattfinden und nach dem er – wie der Rest des amtierenden Bundesvorstands – aus dem Amt ausscheiden wird.

Bundesverdienstkreuz für Ursula Jetter 

Leider nicht persönlich gratulieren konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mitgliederversammlung ihrer Verbandskollegin Ursula Jetter, die Ende September mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden ist. Applaus spendeten sie der unermüdlichen Kollegin dennoch.

SchriftstelleressenEingebettet war die Mitgliedeversammlung im Restaurant Deli in der Stuttgarter Geißstraße auch in diesem Jahr wieder in das bundesweit einzigartige Schriftstelleressen auf Einladung von Oberbürgermeister Fritz Kuhn, der bedauerlicherweise nicht persönlich anwesend sein konnte, dessen Grüße aber Eva-Maria Rembor überbrachte. Die Fachreferentin für Literatur und Philosophie aus dem Kulturamt  berichtete über Kulturförderungen der Landeshauptstadt. Christine Brunner, die Leiterin der Stadtbibliothek, thematisierte anschließend eindrucksvoll und nachdrücklich die Daseinsberechtigungen von Bibliotheken im digitalen Zeitalter.

Die VS-Landesvorsitzende Christine Lehmann sprach in ihrer Begrüßungsrede über den „mutigen und realistischen Blick in die Zukunft“ in Zeiten, die für Intellektuelle eher deprimierend seien, da sie sich konfrontiert sähen mit dem „Geschrei derer, die Pluralität und kulturelle Vielfalt ablehnen“. Lehmann forderte: „Ich meine, wir Schriftsteller/innen haben gerade jetzt eine große Verantwortung und eine große Aufgabe. Wir müssen unsere Sprache aus dem Missbrauch befreien und in unsere Werte zurückholen.“

Foto oben (Marc Bensch): Der Vorstand des VS Baden-Württemberg gratuliert Imre Török (Mitte) zum Ehrenvorsitz 
Foto unten (Christine Lehmann): Das Schriftstelleressen (im Bild: das Dessert) auf Einladung von OB Fritz Kuhn ist bundesweit einmalig.

VS debattiert über Positionierung gegen Rechts

Martinushaus%2BAschaffenburgDer Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller wird im kommenden Jahr 50. Das Jubiläum feiern seine Mitglieder vom 14. bis 17. Februar auf dem Bundeskongress in Aschaffenburg. Die Delegierten der Landesverbände treten am 16. Februar zu ihrer Konferenz im Martinushaus (Foto) zusammen. Zentrales Thema der Versammlung: die Positionierung des Verbands gegen Rechts.
Wie VS-Vorstandsmitglied Imre Török, ehemals Vorsitzender sowohl im Land als auch im Bund, in seiner zur Konferenz erscheinenden Chronik der 50-jährigen Verbandsgeschichte erarbeitet hat, ist die zweifelsfreie Positionierung gegen Rechtsextremismus ein permanenter Begleiter des VS. Es ist sogar so etwas wie eines der Markenzeichen des Verbands, der es sich von seiner Gründung an auf die Fahnen geschrieben hat, sich für freie Meinungsäußerung einzusetzen, die humanistische, demokratische und offene Gesellschaft zu verteidigen und jeder Form von Unterdrückung und Diskriminierung entgegenzutreten.
Das Erstarken populistischer, demagogischer und rechtsradikaler Bewegungen in Europa und der Welt in den vergangenen Jahren beschäftigt unsere Gesellschaft derzeit wie kaum ein anderes Thema. Der VS hat sich in der jüngeren Vergangenheit in mehreren Stellungnahmen dazu geäußert, zuletzt in diesem Jahr etwa unter den Schlagwörtern „Wir brauchen eine neue Zukunftserzählung“und „Probleme lösen, nicht verschärfen!“
Besonders die Position gegenüber der AfD steht für die Aschaffenburger Delegiertenversammlung auf der Tagesordnung. Eine Arbeitsgemeinschaft des VS erarbeitet derzeit eine Charta und wird sie auf der Konferenz zur Abstimmung vorlegen.  
Foto: Kulturamt

1. VIP-Autorenkonferenz auf der Frankfurter Buchmesse

Sebastian%2BFitzek„Vom Schreiben leben“ ist der Titel der 1. VIP-Autorenkonferenz, zu der der Bundesverband junger Autorinnen und Autoren (BVjA) am Freitag, 12. Oktober, auf der Frankfurter Buchmesse einlädt. Ein Ziel: Jüngere Generation von den Fehlern älterer Autoren lernen lassen. Als Referenten haben sich renommierte Branchenvertreter angesagt, darunter Verlagsmitarbeiter, Bestsellerautoren, Literaturagenten, Buchhandelsvertreter, Buchblogger und weitere Experten. VS-Mitglieder erhalten zehn Euro Rabatt auf die Teilnahmegebühr von 30 Euro.
Zu den Eingeladenen, die auf der 1. VIP-Autorenkonferenz sprechen werden, zählen der Bestsellerautor Sebastian Fitzek (Foto), der unter anderem über den Umgang mit Kritik sprechen wird, und Pia Cailleau, Programmleiterin bei Carlsen Impress, die sich unterschiedlichen Verlagsmodellen annimmt. Referenten und Teilnehmer sollen bei der Konferenz ins Gespräch kommen. 

Das Programm im Einzelnen:
*Pia Cailleau (Carlsen Impress): „Welches Verlagsmodell taugt für welchen Autor?“
*Natalja Schmidt (Droemer Knaur): „Informationen über den aktuellen Stand auf dem Buchmarkt aus Sicht eines Großverlages“
*Sebastian Fitzek (Droemer HC): „Tipps vom Bestsellerautor für junge Autoren und dem Umgang mit Kritik“
*Regina Vogel (RV Verlagsvertretung): „Wie kommen die Bücher in den Buchhandel?“
*Cally Stronk, Autorin: „Autoren- und Buchmarketing: Die Zielgruppe im Visier“
*Melanie Müller (Bonnies Buchemotion): „Tipps für den Umgang mit Buchbloggern“
*Kristina Langenbuch (Weiß & Langenbuch Literaturagentur): „Manuskriptvermittlung über Agenten“  
Die Konferenz, die sich in erster Linie an Literaturneulinge richtet, läuft am Freitag, 12. Oktober, von 11 bis 18 Uhr im großen Saal „Dimension“ in Halle 4.2. Die reguläre Teilnahmegebühr von 30 Euro verringert sich für Mitglieder der Mitgliedsverbände des „Netzwerk Autorenrechte“ (darunter der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller) um zehn Euro. Wer einen Aktionscode möchte, kann ihn beim BVjA-Vorstandssprecher Tobias Kiwitt anfordern. E-Mail: sprecher@bvja-online.de.  
Weitere Informationen stehen auf der Website der Frankfurter Buchmesse. 
Foto: FinePic / München / Helmut Henkensiefken


VS Baden-Württemberg